Der Tag der Gründungsversammlung wurde nicht überliefert, muss aber Anfang 1931 stattgefunden haben. Aus einem aufgezeichneten Gespräch aus dem Jahr 1971 geht hervor, dass 14 Mitglieder den ersten Fischer-Verein am Zwischenahner Meer gründeten und dessen Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Westerstede beschlossen haben, wo er am 2. Februar 1931 unter der Nummer 55 eingetragen wurde.
Den 02.02.1931 betrachtet der Verein somit als offizielles Gründungsdatum.

Gegründet wurde der Verein durch sechs „Berufsfischer“ und acht weiteren interessierte, als ein reines Fischerei-Konsortium, um für die relativ hohe Pachtsumme eine breitere Basis zu schaffen.
Ein Beleg dafür ist der ein Jahr nach der Vereinsgründung abgeschlossene Pachtvertrag, gültig von 1932 bis 1941, sowie die 1932 erlassenen „Richtlinien für die fischereiliche Bewirtschaftung des Zwischenahner Meeres”. 

Die Gruppe der Berufsfischer an, die eigentlich keine waren, weil jeder von ihnen die Fischerei betrieb, nannten sich deshalb Großfischer. Dazu gehörten:

  • Johann zur Brügge
  • Johann und Gerhard zur Brügge (lt. Vertrag nur eine Person)
  • Hans Feldhus
  • Gottfried Löwner
  • Karl Bruns (Nachfolger ab 1937, F. Gerdes)
  • Hermann Rabben (ab 1932) 

Diese acht bildeten als sogenannte „Zwischenahner Meer-Fischerei” eine eigene Vereinigung im Verein.
Daneben die Klein-und Sportfischer, sie bestand aus 8 weiteren Vereinsangehörigen.
Vereinsmitglieder, die nicht an Netzen oder Aalleinen interessiert waren, durften mit zwei Angeln fischen. Vorläufig gab es solche nicht.
Für Kurgäste und auswärtige Fischer gab es Erlaubnisscheine für zwei Angeln. Diese Fischereigenehmigungen, erteilte der Oldenburgische Landesfischereiverein!

1934 ff:
Nach 1933 schieden die Fischereivereine, soweit es sich nicht um reine Berufsfischerzusammenschlüsse handelte, aus dem Oldenburgischen Landesfischereiverein aus und schlossen sich dem Reichsverband Deutscher Sportfischer, Gau Weser-Ems an. Aus dem Fischereiverein wurde der Sportfischereiverein.

Wenngleich nicht bestätigt, so könnte er in den Vorkriegsjahren den einzigen Sportfischerverein gewesen sein, in dem es keinen Sportfischer gab, weil alle Mitglieder als Groß- oder Kleinfischer praktizierten und das Angeln wenigen Kurgästen überließen.

1939:
Für die Anfang 1939 beantragte Änderung im Vereinsregister brauchte das Amtsgericht ein Jahr und trug am 05.02.1940 „Sportfischereiverein" ein. Fügte also ein nicht beantragtes „ei“ hinzu.
Die Mitgliederzahl ist auf 38 angewachsen. Der Sportfischereiverein Bad Zwischenahn e. V. ist ab dem 01.09.1939 praktisch nicht mehr existent. Fischerei als Freizeitgestaltung gibt es nicht!

1946:
Dieser Zustand war am 30.03.1946 um 16 Uhr vorbei, als zur ersten Mitgliederversammlung nach dem

2. Weltkrieg eingeladen wurde. Mit dem 12.06.1946 erklärt der Verein seinen Beitritt zum Landesfischereiverband Weser-Ems.

1950:
Es kommt es zu Differenzen zwischen Groß- und Kleinfischern. Die Kleinen halten die Gerätegebühren angesichts zurückgehender Fangergebnisse für zu hoch; die Großen verweisen auf die von ihnen aufzubringenden Pachtkosten und lehnen den Antrag auf Ermäßigung ab. Die Zahl der Kurgäste, die im Meer angeln wollen, nimmt zu. Die Großfischer Feldhus und Plust geben die Großfischerei auf. Sie wird fortan von den Fischermeistern zur Brügge, Rabben und Gerdes betrieben. lm Verein bildet sich eine Jugendgruppe.

1954:
Die Vereinssatzung wird geändert. Der Vorstand wird auf 5 Mitlieder erweitert. Die Großfischer sind nur noch mit einer Stimme im Vorstand vertreten.

1955:
Das Jahr ist geprägt durch viele Gespräche der Fischer um die Bestimmungen der neuen Fischereiordnung. Mit ihr wird die in der 34-jährigen Vereinsgeschichte praktizierte Drei-Gruppen-Fischerei erneut festgeschrieben und der Berufsfischerei eine Priorität eingeräumt.

1960:
Das Amtsgericht ist mit der 1934 erstellten und 1954 geänderten Vereinssatzung nicht einverstanden, weil ihr rechtliche wie formelle Fehler anhaften. Die „Satzung des Sportfischereivereins Bad Zwischenahn e. V. vom 22. 8.1960" wird beschlossen.

Um seiner Aufgabe „die Fischerei innerhalb des Vereinsgebietes zu fördern", bemüht sich der Verein beim Landkreises und der Gemeinde um Einschränkungen der Bootsstegerstellung, der immer schneller und größer werdenden Motorboote und wendet sich auch gegen die Reith Entfernung an den Ufern des Meeres zugunsten von baulichen Anlagen.

1962:
Die Mitgliederzahl steigt auf 115.
Das Jahr wird vom Thema „Sportfischerprüfung“ beherrscht. Wie seit je die Jäger, soll zukünftig jeder Sportfischer den Nachweis dafür erbringen, mit den gesetzlichen Auflagen, der fischgerechten Ausübung des Angelns im Hinblick auf Tier- und Naturschutz, wie mit elementaren Kenntnissen der Gewässer- und Fischkunde vertraut zu sein. Als erstes Mitglied legt Eduard Mülder die Prüfung ab und erwirbt bei der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Fischerei in Starnberg die Lizenz als Ausbilder zur Vorbereitung auf die Sportfischerprüfung. Die Mitgliederzahl steigt auf 115.

1971:
Der Verein zählt nunmehr 299 Mitglieder.
Nach Übergabe einer Denkschrift an die Kurverwaltung kann der Verein am 04.03.1971 das grundsätzliche Verbot für Wasserski-Veranstaltungen auf dem Meer erwirken.
Bis zum Jahresende erarbeitet der Vorstand im Auftrag des Landesverbandes gemeinsam mit Frau Oetken und Herrn zur Brügge den Entwurf für eine neue Befischungsordnung, die nach langen Verhandlungen von allen Beteiligten anerkannt und am 21.12.1971 verbindlich wird.
Erstmals wird die Ausübung der Fischerei dem Verein übertragen.
Die Zahl der Fanggeräte im Meer ist ebenfalls zum ersten Mal festgelegt. Bis 600 Sportfischer können mit je drei Angeln fischen. Neben den der gewerbsmäßig betriebenen Fischerei garantierten Fanggeräten, kann der Verein 38 kleine, 5 große Reusen und 400 Aalhaken nach Ermessen an Mitgliedervergeben.

1973:
wissen die Vereinsfischer, dass es bis auf Ausnahmen, ab 1976 keine Verbrennungsmotoren als Bootsantrieb auf dem Meer geben wird.

1975:
Die Geräte des verstorbenen Fischermeisters zur Brügge werden zwischen Frau Oetken, Fritz Bruns und dem Verein aufgeteilt. Aus Differenzen entwickeln sich neue Verhandlungen über die erst drei Jahre alte Fischereiordnung.

1976:
wird zum ereignisreichsten der Vereinschronik.

Am 01.01. wird die „Verordnung für das Zwischenahner Meer und seine Nebengewässer" gültig.
Am 09.01. ändert der Verein seinen Namen in „Fischereiverein Bad Zwischenahn e. V.".
Am 23.08. wird Fischereiordnung gültig. Dies bedeutet für den Verein einen Verlust an Souveränität.
Am Jahresende, im 46. Jahr seines Bestehens, weiht der Fischereiverein sein eigenes Haus ein.

1979:
Am 26. April gegen 10.30 Uhr wurde „Zwischenahner Riesenwels“ im Südwestteil des Meeres von zwei Nichtfischern gesichtet, auf dreieinhalb Meter Länge geschätzt. Die Berichterstattung ging um die ganze Welt.

1981:
feiert der Fischereiverein seinen fünfzigsten Geburtstag.

im Jubiläumsjahre ist der Verein auf 465 erwachsene Mitglieder angewachsen. Darunter 8 Fischerinnen und 31 Jugendliche, darunter 5 Mädchen.

2002:
Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung wird am 06.07.2014 beschlossen, den Janßenteich für 600.000 DM zu kaufen.

2005
563 Senioren und 112 Junioren

Der Erbpachtvertrag mit der Gemeinde für das Vereinsgelände läuft aus. Es wird in der Mitgliederversammlung vom Dezember einstimmig dafür votiert, das Kaufangebot der Gemeinde anzunehmen.

2006:
Der Rat der Gemeinde Bad Zwischenahn hat dem Verein mitgeteilt, dass er beschlossen hat, das Hafengelände „Rostrup“ an den Verein zum vom Gutachterausschuss geschätzten Preis von 87.000 € zu verkaufen. Die Jahreshauptversammlung stimmt dem Kauf einstimmig zu.

2007
520 Senioren und 80 Jugendliche. Das Vereinsgelände „Hafen Rostrup“ wurde inzwischen gekauft.

2009
528 Senioren und 95 Jugendliche. Franz und Helga Drake geben die langjährige Bewirtschaftung das Vereinsheims auf und werden zu Ehrenmitglieder ernannt.

2014
Ende November wird die Spundwand auf der Seite des Vereinsheims erneuert. Der Zahn der Zeit hat inzwischen schon arg an den Hafenanlagen genagt. Weitere arbeiten an den restlichen Spundwänden und den Steganlagen sind für die nahe Zukunft geplant.

2015
Zum Jahresende gehörten 539 Senioren und 65 Jugendliche dem Verein an.
Anfang Januar stand die Spundwand. Ein Großteil der Wege sind breiter als vorher und mit Platten belegt. Die Slipstelle ist wurde verbreitert um bequemer slippen zu können. Mitte des Jahres waren alle Restarbeiten erledigt. Viele Spenden und die aktive Mithilfe von Vereinsmitgliedern haben den Kostendruck für den Verein deitlich abgemildert. Der Verein richtete ein "Dankeschönessen" als Anerkennung für alle Helfer aus.

2016
Mal sehen was uns das Jahr so bringt?


Quellen:
Erwin Schlegel:    „Vom Zwischenahner Meer“

Div. Protokolle
Aufbereitet und zusammengestellt von Charly

   
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